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title: "Brettspiele im Wandel der Zeit"
date: 2022-11-09
last_modified: 2024-08-23T11:11:05+02:00
generated_at: 2026-06-08T21:10:06Z
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# Brettspiele im Wandel der Zeit

![Backgammonspiel in einem Dam-Brett, klappbarer Holzkasten, Intarsien aus Elfenbein und Ebenholz](https://staging.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2022/11/backgammon-300x159.jpg)

Lernen Sie hier einige der historischen Brettspiele kennen, die für die Öffentlichkeit unzugänglich im Depot unserer Spielzeugsammlung aufbewahrt werden.

Brettspiele haben auch im digitalen Zeitalter nichts von ihrer Bedeutung für das gesellige Miteinander verloren: In der Familie, im Freundes- und Bekanntenkreis, ja oft sogar mit Fremden vertreiben sie gerade in der dunklen Jahreszeit die Langeweile und bringen uns einander näher.

Seit Bestehen der Menschheit wird gespielt, alleine, miteinander oder gegeneinander. Schon sehr früh waren in verschiedenen Teilen der Welt Spielpläne bekannt. Eines der ältesten bisher gefundenen Brettspiele wird durch Grabfunde aus Irland (ca. 2000 v. Chr.) in die Bronzezeit datiert. In Ägypten fand man zum Beispiel auf Dachplatten des Tempels Qurna (um 1400 v. Chr.) verschiedene eingemeißelte Spielbretter. Viele alte Brettspiele, von denen wir heute nur noch wissen, wie sie ausgesehen haben, sind inzwischen vergessen, einige sind uns noch geläufig, andere haben einen neuen Namen bekommen.

### Was ist ein Brettspiel?

Gegenwärtig gibt es in Deutschland die international größte „Spielgemeinde“. Jährlich kommen mehr als 200 neue Spiele auf den Markt. Die besten werden seit 1979 mit dem Kritikerpreis „Spiel des Jahres“ und seit 1990 durch das Publikum mit dem „Deutschen Spiele Preis” ausgezeichnet.

![„Belagerungsspiel“, unbekannter Hersteller](https://staging.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2022/11/alte-brettspiele-belagerungsspiel-19dd4-300x226.jpg)

![](https://staging.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2022/11/alte-brettspiele-belagerungsspiel-2583b.jpg)

In dieser Fülle an Formen, Arten und Varianten, an unterschiedlichen Materialien und Regeln gibt es längst nicht nur Brettspiele, sondern auch zahllose Karten- und Geschicklichkeitsspiele, zudem Mischformen und damit ein Durcheinander der Begrifflichkeiten. Um dieses Dickicht zu durchdringen, hilft ein Blick in die jüngere Geschichte der Spiele.

![Schach (hier aus Holz mit Intarsien gefertigt) gilt als Inbegriff des Brettspiels.](https://staging.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2022/11/altes-schachspiel-300x220.jpg)

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![„Salta. Das neue Brettspiel von Prof. Dr. Schubert“](https://staging.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2022/11/alte-brettspiele-salta-karton70cc.jpg) „Salta. Das neue Brettspiel von Prof. Dr. Schubert“, G. J. Goenschen’sche Verlagshandlung, Leipzig 1899    ![Spielaufbau von „Salta“](https://staging.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2022/11/alte-brettspiele-saltadb49.jpg) Der klassische Spielaufbau von „Salta“ erinnert an ein Damespiel (Papier auf Holz, kaschiert, Mehrfarbdruck)   Schon im 19. Jahrhundert, als zahlreiche neue Spiele zur „Belehrung und Unterhaltung für Jung und Alt“ entstehen, wandelt sich der Spielcharakter und es entwickelt sich eine Vielzahl von Variationen. Zu den klassischen Brettspielen (wie Schach, Dame, Mühle, Go, Pachisi, Mancala, Bag Chal, Backgammon u.a.m.) gesellen sich moderne Brettspiele (wie das Belagerungsspiel, Halma, Salta, „Volldampf voraus“, später auch „Mensch ärgere dich nicht“ und „Monopoly“). Darüber hinaus entstehen Spiele mit den unterschiedlichsten Formen und Inhalten, die sowohl mit als auch ohne Spielbrett auskommen, darunter Plan- und Solitärspiele, Tischspiele, Kartenspiele, Legespiele (auch Puzzles), Glücksspiele, Geschicklichkeitsspiele, Kugelspiele und viele andere.

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![Brettspiel „Volldampf voraus“](https://staging.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2022/11/alte-brettspiele-volldampf-voraus-karton97fb.jpg) „Volldampf voraus“, Hermann Windrath, Grevenbroich (Rheinland), um 1910    ![Flotten-Brettspiel](https://staging.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2022/11/alte-brettspiele-volldampf-vorause9e0.jpg) Das „Neue Flotten-Kampfspiel“ thematisiert spielerisch Deutschlands Drang nach Seegeltung   ## Vom Wettkampf zur Zusammenarbeit

Die klassischen Brettspiele sind in erster Linie strategische Spiele, bei denen in der Regel zwei Parteien auf einem Spielplan mit Spielsteinen agieren. Es wird mit List, Tücke und Aggression gekämpft, erobert, sich bereichert und versucht, den Gegner geschickt zu manipulieren oder zu unterwerfen. Auf den Spielbrettern werden Machtkämpfe ausgetragen, wie es sie auch in der realen Welt gibt.

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![Reise-Brettspiel](https://staging.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2022/11/alte-brettspiele-verkehrsmittel-der-neuzeit-1e841.jpg) „Verkehrsmittel der Neuzeit. Neuestes Reisespiel“, Otto u. Max Hauser, München, um 1924    ![Das Reisespiel aus den 1920-er Jahren](https://staging.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2022/11/alte-brettspiele-verkehrsmittel-der-neuzeit-245a1.jpg) Das Reisespiel aus den 1920-er Jahren zeigt die modernsten Verkehrsmittel jener Zeit: Eisenbahn, Automobil, Dampfschiff, Flugzeug und Zeppelin dienen hier als Spielfiguren – besonders schön in Zinn gegossen und von Hand bemalt. Die Spieler gingen mit ihnen auf große Reise und lernten auf dem Spielbrett die Metropolen Europas kennen.   ![Laufspiel](https://staging.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2022/11/kaiserreise-von-nord-nach-sued_0-300x197.jpg)

Eine weitere Art der traditionellen Brettspiele sind die Laufspiele, in denen die Spieler gegeneinander in den Wettkampf ziehen und ihre Spielfiguren trotz Hindernisse an ein vorgegebenes Ziel bringen. Diese werden nicht vornehmlich durch Intelligenz, Geschick oder andere Fähigkeiten entschieden, sondern auch vom Glück bestimmt.

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![Spiele-Magazin](https://staging.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2022/11/alte-brettspiele-mensch-wir-werfen-raus-197b7.jpg) Spiele-Magazin „Mensch wir werfen raus“, unbekannter Hersteller (DDR), 1953.    ![Spiele-Magazin](https://staging.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2022/11/alte-brettspiele-mensch-wir-werfen-raus-2eeb1.jpg) Da der Name „Mensch ärgere Dich nicht“ patentiert ist und nicht ohne Zustimmung der Firma Schmidt Spiele kommerziell verwertet werden darf, gaben andere Hersteller der gleichen Spielidee andere Namen, zum Beispiel „Pachisi“, „Ärger-Spiel“, „Lach nicht zu früh“, „Raus“ oder „Mensch wir werfen raus“.    Die neuzeitlichen Spiele dagegen tragen immer mehr zum geselligen Miteinander statt zum Gegeneinander bei. Jetzt stehen meist nicht mehr Kampf und Wettbewerb, sondern Aufbau, Entwicklung und Kooperation im Mittelpunkt. Um ständig neue Spiele zu erfinden, bleibt es nicht aus, Spielformen zu vermischen, neue Elemente hinzuzufügen und Formen variabel zu gestalten. Fragen müssen beantwortet, Karten gezogen, Bilder zusammengelegt oder kuriose Aktionen durchführt werden.

![„Wilhelm II. Kaiserreise nach Nord und Süd“ Brettspiel](https://staging.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2022/11/alte-brettspiele-kaiserspiel-kartona337-300x256.jpg)

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![Strategiespiel „Alarm“](https://staging.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2022/11/alte-brettspiele-alarm-1857a.jpg) Strategiespiel „Alarm“, Herrmannsen &amp; Umland, Hamburg, 1962. Unterschwellig atmeten manche Spiele auch noch in der Nachkriegs-Bundesrepublik den Geist des Militarismus.    ![Strategiespiel „Alarm“](https://staging.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2022/11/alte-brettspiele-alarm-28fe7.jpg) Trotz neutraler Gestaltung treten auf den 100 Feldern des taktischen Spieles „Alarm“ zwei gegnerische Parteien auf einem „Kampfgebiet“ gegeneinander an. Gewinner wird derjenige, der als Erster die zehn gegnerischen Felder besetzt oder vom Gegner mehr als sechs Läufer oder ein Flugzeug (mit Balkenkreuzen auf den Tragflächen!) erobert hat.   Interessant ist auch, dass immer wieder aktuelle Themen und ideologische Absichten zum Thema von Spielen werden: So herrschte um 1900 kaiserliche Herrlichkeit, das NS-Regime propagierte Militarismus, in der Ölkrise wurden Spieler zum „Öl-Magnat“ und in den 1980ern trennte man gemeinschaftlich – „Ene meine Müll“ – das Altpapier vom Altglas.

## Schlaglichter

![Das Speilbrett](https://staging.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2022/11/alte-brettspiele-sturmangriff-24747-225x300.jpg)

Bis heute haben viele Brettspiele Konflikte, Krieg und Eroberung zum Thema, - wenn auch meist nicht mehr so offensichtlich wie beim einst beliebten „Belangerungsspiel“.

![Gesellschaftsspiel „Luna-Luna“](https://staging.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2022/11/alte-brettspiele-luna-luna-255ea-300x202.jpg)

Errungenschaften aus Forschung und Technik waren zur Zeit des kalten Krieges Thema von Spielen in West und Ost. So stellt dieses Brettspiel aus der DDR die sowjetischen Mondsonden der „Luna“-Serie in den Mittelpunkt.

![Würfelspiel „Tageszeiten“, VEB Plasticart Annaberg-Buchholz (DDR), 1988.](https://staging.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2022/11/alte-brettspiele-tageszeiten-1a5a9-243x300.jpg)

Ebenfalls in der DDR führte ein Würfelspiel Kinder spielerisch in gesellschaftliche Normen und Werte nach damaligem Verständnis ein.

![Würfelspiel „Tageszeiten“, VEB Plasticart Annaberg-Buchholz (DDR), 1988.](https://staging.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2022/11/alte-brettspiele-tageszeiten-340f0-300x205.jpg)

![Originalspiel „Mensch ärgere Dich nicht“, J.F. Schmidt, München, 1931. Spielblatt.](https://staging.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2022/11/alte-brettspiele-mensch-aergere-dich-nicht-3b476-300x225.jpg)

„Mensch ärgere dich nicht“ ist seit seiner Erfindung ein Klassiker. Ein Umstand, den sich das nationalsozialistische Regime in Deutschland für seine Propaganda zunutze machen wollte.

![Originalspiel „Mensch ärgere Dich nicht“, J.F. Schmidt, München, 1931.](https://staging.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2022/11/alte-brettspiele-mensch-aergere-dich-nicht-2a8eb-300x234.jpg)

![Mensch-ärgere-dich-nicht-ähnliches Spielbrett mit Spielfeld in Form eines Hakenkreuzes](https://staging.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2022/11/alte-brettspiele-durch-kampf-zum-sieg-300x220.jpg)

![Das Brettspiel für Kinder](https://staging.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2022/11/alte-brettspiele-der-bunte-wuerfel-1ba49-300x208.jpg)

Auch „Der bunte Würfel“, ein in der DDR erschienenes Laufspiel für Vorschulkinder, ähnelt dem klassischen „Mensch ärgere dich nicht“ .

![Analoge Spielkonsole, an zwei Seiten mit Knöpfen und Drehreglern, in der Mitte stilisierte Zeichnung eines Luftkampfs zwischen Strahlflugzeugen.](https://staging.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2024/08/sowjetische-spielkonsole-300x225.jpg)

### BerlinZEIT

**Die Stadt macht Geschichte!**
Skurriles aus der Welt der Spiele können Sie auch in unserer großen Ausstellung zur Geschichte Berlins im Museum Ephraim-Palais entdecken.

[ Zur Ausstellung](https://staging.stadtmuseum.de/ausstellung/berlinzeit)

## Mehr Berlin-Geschichten

- [ ![Zweiachsige Blech-Dampflok mit drei angehängten braunen Kippwagen](https://staging.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2024/08/spielzeug-truemmerbahn-300x200.jpg)

Spielzeug

](https://staging.stadtmuseum.de/thema/spielzeug)
- [ ![Hölzerner Doppeldeckerbus mit langer Motorhaube und Werbe-Aufschrift "Salem"](https://staging.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2024/08/berliner-spielzeug-doppeldeckerbus-300x198.jpg)

Berliner Dinge

](https://staging.stadtmuseum.de/thema/berliner-dinge)
- [ ![](https://staging.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2023/08/1978-auf-dem-Kutschbock-300x202.jpg)](https://staging.stadtmuseum.de/thema/alltagskultur)
- [ ![](https://staging.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2022/09/alungo_pre-300x169.jpg)](https://staging.stadtmuseum.de/thema/aus-meiner-sicht)