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title: "Die Fotoalben von Cecil F. S. Newman"
date: 2022-01-01
last_modified: 2025-04-30T12:17:39+02:00
generated_at: 2026-06-08T21:13:59Z
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description: "In der Ausstellung „Berlin 1945/46“ zeigte das Stadtmuseum Berlin 2015 Bilder des britischen Fotografen (1914-1984). Seine Foto-Alben sind einzigartige Zeitzeugnisse."
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# Die Fotoalben von Cecil F. S. Newman

**Im Rahmen der Ausstellung „Berlin 1945/46“ präsentierte das Stadtmuseum Berlin die einzigartige fotografische Hinterlassenschaft des britischen Offiziers und Fotografen (1914-1984). Sie dokumentiert das vom Zweiten Weltkrieg zerstörte Berlin und den beginnenden Wiederaufbau.**

![Leinen-Einband des querformatigen Albums mit roter Aufschrift "Berlin 1945"](https://staging.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2023/04/newman-fotoalbum-1-300x209.jpeg)

![Newman stehend in Uniform mit Tabakspfeife](https://staging.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2023/06/17-200x300.jpg)

Schon zehn Jahre Erfahrung als ambitionierter Amateurfotograf hatte der britische Ingenieur Cecil F. S. Newman im Gepäck, als er im Rang eines Offiziers der Royal Engineers im Juli 1945 nach Berlin kam, um beim Wiederaufbau zu helfen. Ausgerüstet mit einer Kodak- und einer Leica-Kamera begann er, die zerstörte Stadt und die Menschen, die darin lebten, auf Negativstreifen zu bannen. Mehr als 1.400 Stadtansichten und Portraits entstanden so, bis er Berlin im darauffolgenden Jahr wieder verlassen musste.

Im Rahmen der Ausstellung Berlin 1945/46 | Fotografien von Cecil F. S. Newman wurden 2015 im Märkischen Museum 150 seiner eindrucksvollen Aufnahmen aus der Fotografischen Sammlung des Stadtmuseums Berlin erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Ebenfalls gezeigt wurden die drei originalen Fotoalben, die Newman während seines Berlin-Aufenthalts zusammengestellt hat. Vom Fotografen selbst beschriftet, erzählen sie von einer Zeit des Mangels und von den gewaltigen Aufgaben, die zu bewältigen waren, aber auch vom beginnenden Alltagsleben in der Ruinenstadt.

## Die Alben

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![](https://staging.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2023/04/cecil-newman-berlin-1946.jpeg) Die leinengebundenen Alben wurden von Newman selbst beschriftet.   ![](https://staging.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2023/04/cecil-newman-waldschule-charlottenburg-1_0.jpeg) Die Waldschule in Charlottenburg   ![](https://staging.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2023/04/cecil-newman-waldschule-charlottenburg-2_0.jpeg) Kinder der Waldschule beim Unterricht   ![](https://staging.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2023/04/cecil-newman-heidi-neukirchen.jpeg) Heidi Neukirchen   ![](https://staging.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2023/04/cecil-newman-christel-bartel_0.jpeg) Christel Bartel  ### Berliner Fotografien

Die leinengebundenen Alben, allesamt Erzeugnisse der in [Berlin-Tempelhof](https://staging.stadtmuseum.de/thema/tempelhof) ansässigen Firma Wübben &amp; Co., enthalten insgesamt 337 Fotos, jedes knapp mit maschinengeschriebenen Etiketten beschriftet. Entwickelt hat Cecil Newman die Abzüge eigenhändig im „Photo-Spezial-Haus" am Rüdesheimer Platz in [Wilmersdorf](https://staging.stadtmuseum.de/thema/wilmersdorf). Dies ist einem Briefwechsel zwischen dessen Inhaberin Erna Mischonat und dem Fotografen zu entnehmen, den die beiden nach seiner Rückkehr ins heimatliche Belfast führten.

„Unsere Dunkelkammer ist am Abend und am Sonntag recht vereinsamt“, beklagt Mischonat am letzten Oktobertag des Jahres 1946 in einem an Newman gerichteten Brief. „Es war sehr schön Ihre guten Aufnahmen zu besichtigen und fachliche Gedanken mit Ihnen auszutauschen.“ „Schade nur“, so schreibt sie in einem weiteren Brief zwei Monate später, „dass man sein Können durch den Materialmangel nicht ausnutzen kann. […] In Gedanken sehe ich Sie oft in Ihrer Dunkelkammer schöne große Köpfe vergrößern.“

![](https://staging.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2023/04/cecil-newman-brief-213x300.jpeg)

## Verbundenheit über Grenzen hinweg

Doch Cecil Newman blieb nicht nur der Fotografie, sondern auch den Menschen, die er in Deutschland kennen- und schätzen gelernt hatte, verbunden. Über das schwedische Rote Kreuz schickte er gemeinsam mit seiner Mutter mehr als 50 Päckchen nach Berlin, die dringend benötigte Lebensmittel und weitere Hilfsgüter enthielten – auch für Erna Mischonat, die damit zum Teil sogar anderen, noch Bedürftigeren eine Freude machen konnte.

Diese Verbundenheit wirkt bis zum heutigen Tage fort: Eines der drei in der Ausstellung gezeigten Fotoalben gehört zu einem Teil des Nachlasses von Cecil F. S. Newman, den seine Tochter dem Stadtmuseum Berlin im Rahmen einer Schenkung übergab. Die beiden übrigen waren als Leihgaben aus Familienbesitz zu sehen. So kehrten die Alben nach Jahrzehnten wieder nach Berlin zurück – was dem Fotografen zeit seines Lebens nicht vergönnt war.

Newman, der in Berlin viele Freundschaften geschlossen hatte und passabel Deutsch sprach, bemühte sich noch lange Zeit nach seiner Abberufung vergeblich, als ziviler Angestellter der Militärregierung in die Stadt zurückzukehren. Auch seine Hoffnung, als Mitglied der Royal Photographic Society für eine Fotoreportage nach Berlin reisen zu können, erfüllte sich nicht.

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