Flasche aus Rubinglas mit Silbermontierung, Berlin 1680-1700, Inv-Nr. SM 2016-0941
© Stiftung Stadtmuseum Berlin | Reproduktion: Bettina K. Schneider

Rotes Feuer im Glas

In der Frühen Neuzeit suchten Alchemisten fieberhaft nach dem Stein der Weisen, einem geheimnisvollen Stoff, der unedle Metalle in Gold verwandeln sollte. Johannes Kunckel (um 1635–1703), einer der bedeutendsten Alchemisten und Glasmacher Preußens, kam diesem Traum auf überraschende Weise nahe – durch Glas. Im Juni 2026 widmet sich das „Objekt des Monats“ im Salon des Museums Ephraim-Palais diesem Thema.

Um Goldrubinglas herzustellen, löste er zunächst echtes Gold in Königswasser, einer Mischung aus Salzsäure und Salpetersäure. Anschließend fügte er Zinn hinzu und führte die Lösung der Glasschmelze zu. Zunächst blieb das Glas farblos. Beim erneuten Erhitzen bildeten sich winzige Goldteilchen – echte Nanopartikel darstellten, die das Licht so streuten, dass das Material plötzlich strahlend rubinrot erschienen.

Kunckel gelang es, diesen heiklen Prozess zu kontrollieren. Damit machte er Goldrubinglas zu einem der begehrtesten Luxusgüter seiner Zeit. Hier verschmolzen alchemistische Visionen und moderne Materialwissenschaft, lange bevor der Begriff „Nanotechnologie“ überhaupt existierte.

Objekt des Monats Juni

Im Juni lässt sich Rubinglas aus unserer Sammlung auch im Original erleben: Als „Objekt des Monats“ ist es im Salon des Museums Ephraim-Palais zu sehen. Der Eintritt zum Salon ist frei.

Buchcover mit dem Titel Träume aus Feuer, Autor: Florian Illies - im Hintergrund buntes Mosaik
Unsere Rubingläser finden darüber hinaus Erwähnung in dem neuen Buch „Träume aus Feuer“ von Florian Illies, das am 1. Juni 2026 im Pfaueninsel Verlag erscheint.

Wer war Kunckel – und wie wird Gold zu Glas?

Besucher:innen in der Ausstellung.
© Stadtmuseum Berlin | Foto: Anne Peussel

BerlinZEIT

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